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Ziegel für die Restaurierung und den Neubau
-als historischer Baustoff oder frisch gebrannt!
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Neue Westfälische - 04.03.1999 |
Backsteinhaus an der Treppenstraße wird nicht „verschwinden“
Stein für Stein wird sichergestellt
Bielefeld-Brackwede (-pa-). Daß an der unteren Treppenstraße ein Haus mit Seniorenwohnungen entsteht, begrüßen viele Brackweder. Das dafür ein schönes altes Backsteingebäude abgerissen werden soll, fand weniger Zustimmung. Trost für alle, die das nicht denkmalgeschützte – Haus für erhaltenswert halten: Es wird zwar abgerissen, aber möglicherweise an anderer Stelle und in anderer Form wieder aufgebaut.
Zur Zeit ist eine Spezial-Firma aus Lemgo dabei, das Haus Treppenstraße 15 Stein für Stein abzutragen. Erst wenn die Fassade, aber auch Fenster Türen oder Treppen „gerettet“ sind, kommt die Abrißbirne.
Martin Blöcher aus Lemgo-Entrup handelt nicht nur mit historischen Baumaterialien, er betreibt auch den „Rückbau“ von ganzen Gebäuden. In der Praxis sieht das so aus, daß er – wie im Fall Brackwede – die Abbrucharbeiten zu einem besonders günstigen Preis durchführt, die für Ihn brauchbaren Materialien jedoch nicht zur Deponie bringt, sondern auf seinem Hof in Lemgo lagert.
Und dieses Lager hat es in sich. Stolz erklärt der findige Unternehmer: „Es ist das größte dieser Art in der ganzen Welt.“ Glaubt man Ihm gerne, wenn man erfährt, daß hier auf 30.000 Quadratmetern – neben zahllosen Steinen, Fliesen, Fachwerkelementen oder Brunnen – allein 40 komplette Häuser, in Ihren Einzelteile zerlegt, zwischengelagert werden. Wer immer Formsteine, Ziegel oder andere historische Bauelemente benötigt, kommt zu „Baustoff-Recycling GmbH“ nach Lemgo. Gute Chance also für das Brackweder Haus, irgendwann irgendwo wieder „aufzuerstehen“.
20 Tage hat Martin Blöcher Zeit, um die für ihn wertvollen Steine zu sichern und den verbleibenden Torso abzureißen. Denn die Brackwede Gemeinnützige Baugenossenschaft will so bald wie möglich mit dem Neubau des Ria-Sater-Hauses beginnen, in das bereits Ende des Jahres die Bewohner einziehen sollen. Wer hier allerdings einzieht, steht noch nicht fest. Für die 26 Wohnungen (und ein Penthaus) mit Flächen von 51 bis 94 Quadratmetern in zentraler Lage, mit Arztpraxis und einer Notrufbereitschaft rund um die Uhr liegen bereits 160 Bewerbungen vor. gbb-Geschäftsführer Günter Loose: „Da muß dann die Eigentümerin entscheiden, beziehungsweise die Stadt, da beim Bau auch Fördermittel eingesetzt werden,“
Eigentümerin ist Heidi Brake (eine Nichte des Bauern Griese), die dem Haus den Namen ihrer im Alter von 92 Jahren verstorbenen Mutter gab. |
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